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Hummeldorf

Der Name Hummeldorf hat verschiedene Bedeutungen. Die älteste Schreibweise ist „humilathorphe“. Da Humila ein alt niedersächsischer Personenname ist, könnte man die Bauernschaft als eine Art Siedlung des Humila bezeichnen.

 

Legenden ranken sich um das Kreuz
Interview mit Helmut Bültel, Ortsvorsteher Hummeldorf
Bericht: Lingener Tagespost vom 31.07.2009

 

Bereits 1990 feierte Hummeldorf sein 1100jähriges Bestehen
Gedenkstein Hummeldorf | Foto: Heimatverein

 

Ich wohne in Hummeldorf, dem südlichsten Ortsteil von Salzbergen, nahe der Grenze zu NRW. Hummeldorf wurde bereits vor über 1100 Jahren urkundlich erwähnt.

 

Bezeichnend für diesen Ortsteil ist die vergleichsweise schwache Besiedelung. Abgesehen von einer kleinen Häusergruppierung im Holde, liegen die übrigen, meist ehemaligen Höfe in dem 9,07 Quadratkilometer großen Ortsteil weit verstreut und die Landschaft und Natur kommen hier voll zum Tragen. Am Rande unseres Ortsteiles fließt die Ems, die vom Frühjahr bis zum Herbst von vielen Kanus befahren wird und zum Verweilen am Ufer einlädt. Durch Hummeldorf windet sich der Elsbach, der aufgrund seiner guten Wasserqualität und seiner Natürlichkeit (wurde vor einigen Jahren zum FFH-Gebiet erklärt) den Eisvogel und die Mühlkoppe beherbergt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg fing man an, in Hummeldorf nach Öl zu bohren. Erdöl fand man nicht, wohl aber Salz. An der Fundstelle im Holde erbohrte man in einer Tiefe von rund 200 Metern Salz mit einer Stärke von über 500 Metern. Da in dem benachbarten Salinenwerk „Gottesgabe“ das Salzvorkommen fast erschöpft war, erwarb die Stadt Rheine das Ausbeutungsrecht des Salzvorkommens im Holde. Zunächst errichtete man eine Pumpstation und ließ von der nahen Ems Süßwasser in das Bohrloch laufen. Dieses sättigte sich dann mit Salz. Sobald die Sole einen Salzgehalt von 25 bis 27 Prozent erreicht hatte, wurde sie durch eine sechs Kilometer lange Rohrleitung zur Saline Gottesgabe in Bentlage gepumpt. Im Jahre 1975 wurde die Förderung eingestellt.

 

An der Straße Alter Postweg Richtung Kaserne Bentlage steht ein altes Kreuz, das im Volksmund „Postkreuz“ genannt wird. Es wird von vielen nicht wahrgenommen, obwohl es sich um ein geschichtsträchtiges Wahrzeichen handelt. Das Kreuz weist auf die Zeiten der Postkutschen zurück. Um das Postkreuz ranken sich im Übrigen zwei Legenden. In der ersten heißt es, eine Postkutsche sei von Räubern überfallen und die Insassen ermordet worden. Die andere Legende sagt aus, dass die Kutsche bei einem Unwetter von einem Blitz getroffen wurde und die Passagiere ums Leben kamen.

 

Aber zurück zur Gegenwart: Die Ruhe, die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur tragen dazu bei, dass auch viele Radwanderer ihren Weg hierher suchen und ihre Touren auf ausgezeichneten Radwanderwegen genießen. Auf Rastbänken hat man dann die Möglichkeit, die idyllische Aussicht auf sich wirken zu lassen.
Mittig in Hummeldorf liegt unser Dorfgemeinschaftshaus, unsere ehemalige Grundschule, die für uns Hummeldorfer heute zentraler Treffpunkt für viele Aktivitäten ist. Sie soll in Kürze aufgewertet werden.
Ein besonders schöner Platz ist die Bank an dem Radwanderweg am Salzweg. Sie steht am Rande eines kleinen Wildgeheges, und hier kann man die Ruhe, die Weite und die Schönheit Hummeldorfs auf sich wirken lassen.